Zwei Strophen über die Abwesenheit
und ich weiß: das Meer wird nie mehr dasselbe sein.
Ich ziehe dieses Schweigen dem Morgen ohne dich vor,
der Nacht ohne dich,
und ich weiß: das Meer, das Land, die Stadt bedeuten nichts mehr.
Du entschwindest mir im Zwielicht der Dämmerung,
wo wir einst unsere Hände lösten.
Ich bin der kämpfende Torso jener Schreie in der Nacht.
Doch ich ziehe dieses Schweigen der Nacht ohne dich vor,
den Worten, dem Winter ohne dich,
und ich weiß nicht, an welchem Morgen wir zurückkehren werden.
Ruiluís
Autor: Rui Luís Macedo Baptista (ruiluis)
Datum: 2019
Gedicht: In freiem Vers verfasst, eine lyrische Meditation über Schweigen, Verlust und Erinnerung. Der Text erforscht die Abwesenheit als innere Landschaft – zwischen Meer, Dämmerung und unerreichbarer Nähe. Ursprünglich auf Portugiesisch geschrieben und ins Deutsche übertragen.
Bilder: Digital geschaffen nach originalen Prompts des Autors, im Stil der Romantik von Caspar David Friedrich – mit ihrer kontemplativen Stimmung, weiten Horizonte und dem Dialog zwischen Mensch und Natur.
Themen: Schweigen • Abwesenheit • Meer • Erinnerung • Nacht • Sehnsucht
Urheberrecht: © Rui Luís Macedo Baptista, 2019–2024. Alle Rechte vorbehalten.
Comentários